ÜBER MEINE BILDER

Zu meinen Bildern gehören Landschaften, oder Dinge des alltäglichen Lebens, wie Krug, Glas, Weinflasche, Blume, etc. Die Landschaften geben Orte wieder, an denen ich gerne war und die ich mir in Erinnerung rufe, oder an denen ich gerne sein möchte. Ich male zu meiner eigenen Lust und Freude.

Die Bilder sind immer unter dem Aspekt der Ästhetik gemalt, das „schöne Bild“ ist das Ziel. Mir geht es darum zu „sehen“. Zu sehen, dass ein Baum nicht nur ein Baum ist, dass ein Krug nicht nur ein Krug ist und dass die scheinbar leblosen Dinge Gegenstände mit eigenem Wesen sind, die eine vielschichtige Schönheit besitzen. Diese Schönheit kann man spüren.

Farbe ist mein Medium. Seit ich mich erinnern kann, haben Farben meine Phantasie angeregt. Oftmals reicht eine – vielleicht durch Zufall – erreichte Farbzusammenstellung aus, mir die Idee für ein bestimmtes Bild zu geben. Das Malen eines Bildes ist für mich die Umsetzung von erlerntem Handwerk und der Verwirklichung der Phantasie in schöpferische Kraft.

Was den handwerklichen Bereich angeht, so verstehe ich mich als ein Verfechter der Malerei im klassischen Sinne mit ihren Lehren und Gesetzmäßigkeiten. Farbe wird mit Pinsel oder dem Spachtel auf einen Bildträger (meist Leinwand) aufgetragen. Den Bildern gehen Studien voraus, oftmals wird jedoch nach der Natur gearbeitet, d.h. es werden Stillleben komponiert oder nach einem Modell gemalt.

Die klassische Malerei, nachdem sie für lange Zeit in den Hintergrund gedrängt war, gewinnt heute wieder mehr an Bedeutung. Es gibt eine Rückbesinnung auf jahrhunderte alte Traditionen der Malerei. Die Provokation ist nicht mehr neu, es gibt kaum noch Möglichkeiten, die die zeitgenössische Kunst nicht bereits genutzt hat. Inzwischen ist die Zeit wieder reif für das im klassischen Sinne gemalte Tafelbild. Mehr denn je sucht der Mensch nach bleibenden Werten in einer hochtechnisierten Zeit, in der Kunst mit Computern hergestellt und beliebig vervielfältigt werden kann. Die Sehnsucht nach dem beständig Schönen bahnt sich ihren Weg.

Frank Hentschel, Juli 2006